Mit Gott unterwegs – so hatten wir diese Reise genannt. Und irgendwann unterwegs hatten wir diesen Namen still fallen gelassen. Zu viel war schiefgelaufen. Zu viele Pannen, zu viel Erschöpfung, zu viele Schläge. Wir nannten es fortan einfach «Reny und Rolf unterwegs». Weil es sich nicht mehr stimmig anfühlte. Heute wissen wir: Es war doch eine Heilungsreise. Nur anders, als wir es uns vorgestellt hatten.
Unsere Videodokumentation
Schau rein und lasse die Bilder auf dich wirken.
Mit Gott unterwegs – der letzte Morgen am Monte Grappa
Wir starteten feucht in den letzten Reisetag. Das Toilettenpapier war so durchnässt, dass wir eine zweite Rolle brauchten. Das Ziel war klar – Garage in Glarus, schnellste Route – und so fuhren wir los, hinunter vom Monte Grappa.
Uns kamen Hunderte von Velofahrern entgegen. Darum waren am Vorabend auch alle Hotels ausgebucht gewesen – eine grosse Velotour führte genau über diesen Pass, auch mit vielen Senioren dabei.

Über Bozen wurde es dann zur Irrfahrt. Das Navi führte uns plötzlich von der Autobahn runter, 30 bis 40 Kilometer über Land – parallel zur Autobahn, die direkt daneben verlief. Keine Ahnung, wie das passierte. Am Ende wieder zurück in die Richtung, aus der wir gekommen waren, bis wir endlich Richtung Ofenpass fuhren.
Und dann: Glurns. Die kleinste Stadt Südtirols, mit ihrem charmanten mittelalterlichen Charme. Wir assen gut zu Mittag, suchten ein Bed and Breakfast. Ein Zimmer wäre frei gewesen – aber keine Hunde, nicht einmal im Garten. Also weiter.
Über den Ofenpass. Wunderbare Gegend. Ein toller Abschluss unserer Reise – das haben wir beide genossen.

In Zernez verluden wir das Auto auf den Zug. Nur 30 Kilometer gespart, aber die Pause tat gut. In Glarus selbst fanden wir keine Unterkunft – bis wir einfach ein Gasthaus anfragten. Kein Zimmer, sagten sie. Aber ein neuer Mitarbeiter hatte sich verspätet und käme erst am nächsten Tag. So durften wir dessen Zimmer nutzen. Eine sympathische, unerwartete Begegnung.
Manchmal kommt die Lösung nicht durch Planen. Sondern einfach durch Fragen.
Die Garage – und eine überraschende Diagnose
Am nächsten Morgen: Garage. Lange Wartezeit, bis der Verantwortliche kam.
Und dann die Diagnose: Das Getriebe ist in Ordnung.
Ich hatte schlicht nicht mehr gewusst, dass man zuerst in den Allrad schalten muss – und erst vom Allrad aus in die Untersetzung. Bedienungsfehler meinerseits.
Grosse Erleichterung. Und ein bisschen Schmunzeln über mich selbst.
Der Mechaniker stellte noch etwas an der Lenkung ein – und dann fuhren wir schnellstmöglich nach Hause.
Was zuhause auf uns wartete
Zuhause zu sein hätte sich nach Erholung anfühlen sollen.
Der Briefkasten liess sich nicht mehr öffnen – als hätte jemand versucht, ihn aufzubrechen und dabei das Schloss beschädigt. Die Speicherbatterie der Solaranlage hatte sich ausgeklinkt und funktionierte nicht mehr. Elektriker musste her.
Nach der Reise unterwegs mit Gott: Unsere Tiere sind wohlauf
Aber zuerst das Wichtigste: die Tiere.
Und da war wirklich alles in Ordnung. Die Katzen – versorgt von drei Futterautomaten, die problemlos für fünf Wochen gereicht hatten. Die Fische – automatisch gefüttert, munter wie eh und je. Die Hühner – drei Futterboxen, darunter eine selbstgebaute mit 30 Kilogramm Granulat-Fassungsvermögen. Wasser hatten sie über den kleinen Teich, der sich über den Regenwasserabfluss vom Dach selbst auffüllt. Hätten wir zwei Monate wegbleiben können, sie wären versorgt gewesen.
Diese Freude – nach allem, was wir auf der Reise erlebt hatten – war wirklich gross. Alle wohlgenährt, alle zufrieden. Genau so, wie es schon bei früheren Reisen der Fall war.

Und dann kam der Rücken
Beim Ausladen des Jimnys – eine Torsionsbewegung mit dem schweren Kühlschrank – knackte es in meinem Rücken. Plötzlich war es nicht mehr nur das Bein. Ich konnte mich kaum mehr selbst anziehen.
Das MRI im Spital zeigte: zwei gerissene Bandscheiben, bei einer davon ein Vorfall mit Hernie, die auf den Nerv drückt. Das erklärte die Schmerzen, die mich die ganze Reise begleitet hatten.
Auf der Rückreise vom Spital streikte dann auch noch der Jimny. Startete nicht mehr. Musste abgeschleppt werden. Resultat: Anlasser defekt.
Und in der ersten Woche zuhause: die Geschirrspülmaschine. Ausgestiegen. Bis wir uns eine neue leisten können, heisst es von Hand abwaschen.
Irgendwann verliert man das Zählen.
Der Nachbar – und was wir daraus machen
Rund drei Monate vor unserer Abreise kam eine anonyme Meldung beim Veterinäramt: Wir würden mit einem «behinderten Rüden» Inzucht betreiben. Wer dahintersteckt, wissen wir nicht – es war anonym, und wir wollen niemandem etwas unterstellen, was nicht bewiesen ist. Aber es war ein Angriff, der uns traf. Haltlos übrigens: Unsere Hunde sind reinrassige Russkiy Toys aus unterschiedlichen Linien, vom Tierarzt begleitet.
Kurz vor der Abreise lief dann der Abwasserschacht eines anderen Nachbarn – der über unser Grundstück führt – über. Wurzeln waren eingewachsen. Mit diesem Nachbarn kommen wir gut aus, das ist kein Konflikt. Aber auch das war wieder etwas, das uns zuwidergelaufen war. Keine Zeit, keine Energie, das anzugehen. Vertagt auf nach der Reise.
Und dann, während wir mit Gott unterwegs waren: das Mail über die geplante Barrikade der Zufahrt zu unserem Waldgarten – von einem weniger wohlgesonnenen Nachbarn. Rechtsschutz ist eingeschaltet. Wir warten auf Bericht.
Dazu drohte er, den Tierschutz einzuschalten, weil wir unsere Tiere angeblich vernachlässigt hätten. Auch das völlig unbegründet – unsere Tiere waren bestens versorgt, wie wir in den vorherigen Berichten gezeigt haben.
Es ist nicht das erste Mal mit ihm. Bereits 2019, als wir begannen, einen Erdkeller auszuheben, hetzte er die Gemeinde auf uns.

Und trotzdem: Wir üben uns in Feindesliebe. Im kleinen Rahmen, aber bewusst. Wir vergeben. Und wir binden alle, die uns Böses wollen, in unsere positiven Gebete ein.
Das ist nicht Naivität. Das ist gelebte Nachfolge.
Zwei gerissene Bandscheiben – und warum ich die Infiltration abgesagt habe
Eine Operation kam für mich von Beginn weg nicht in Frage. Die Ärzte empfahlen eine Infiltration. Ich sagte ab.
Nicht aus Trotz. Sondern weil ich mich kenne. Ohne Schmerzen spürt man die Grenzen nicht – und geht darüber hinaus. Die definitive Ausheilung wäre schwieriger geworden.
Stattdessen: Selbstheilungskräfte. Die Gott in uns gelegt hat. Ich trage ein Korsett, das extreme Bewegungen verhindert. Meine Spaziergänge sind Küche–Schlafzimmer–Küche. Manchmal ein kurzer Weg im Garten.
Aber ich bin zuversichtlich. Reny hatte einst einen Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen – und hat sich ohne Operation erholt. Unser Körper ist gebaut, um sich am Leben zu erhalten. Wenn wir ihm nicht zu viele Steine in den Weg legen.
Was mich in dieser Entscheidung bestärkt hat: Seit dem Gespräch mit Gott, von dem ich gleich erzähle, konnte ich wieder schmerzfrei schlafen. Das war meine eigentliche Entscheidungsgrundlage.
Der Garten – ein gedeckter Tisch
Der Garten ist natürlich verwildert. Viele Wochen ohne Pflege hinterlassen Spuren.

Aber positiv betrachtet: Man muss nur einen Fuss vor die Türe setzen – und wird empfangen von einem reichhaltig gedeckten Tisch essbarer Pflanzen. Pflanzen, die uns auch auf unserer Reise mit Gott unterwegs ernährt hatten.
Willst du mehr über essbare Wildpflanzen erfahren, besser essen, weniger ausgeben und freier leben? Dann schau dir unsere Gruppe über wilde Selbstversorgung an – Reinschnuppern ist kostenlos.
Dort findest du übrigens auch Beschreibungen zu einem Teil des Setups unserer Reise – die Trockentrenntoilette, das mobile Solarpanel mit Speicherbatterie, unseren Supermixer oder das Spülbecken, das ohne Strom und Wasseranschluss auskommt. All das dient uns nicht nur als Reserveequipment bei einem Blackout. Wenn nicht im Auto verstaut, nutzen wir das in unserem Gästezelt. Und einige der Anbieter haben einen einmaligen Rabattcode zur Verfügung gestellt.
Mit Gott unterwegs – wie Hiob und das Gespräch, das alles veränderte
Irgendwann, in den stillen Wochen der Hausgebundenheit, kam mir das Bild von Hiob.
Hiob, dem alles weggenommen wurde. Gesundheit, Besitz, Würde. Um zu prüfen, ob er Gott treu bleibt.
Ich erkannte mich darin. Und ging erneut ins Gespräch mit Gott.
Was er sagte, war nichts Neues. Er wiederholte, was er schon nach meinem Unfall gesagt hatte: Es geht nicht mehr um das körperliche Heil. Es geht darum, das Seelenheil zu bewahren – in einer Zeit, die kommt.
Das traf uns. Denn wir sind durch unsere jahrzehntelange Tätigkeit als Heilpraktier geprägt – immer auf das körperliche Heil ausgerichtet. Auch diese Reise war so geplant. Den Kurs Heilen wie Jesus umzusetzen. Menschen begegnen. Handauflegen.
Aber das war nicht der Auftrag.
Wie Schuppen fiel es uns von den Augen: Es geht um das Seelenheil. Um die unsichtbaren Angriffe, die uns von allen Seiten treffen. Und plötzlich ergab vieles von dem, was uns widerfahren war, einen anderen Sinn. Denn die Bibel spricht genau davon.

Und Epheser 6, 12:
«Denn wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis.»
Das erklärt vieles. Nicht alles. Aber vieles.
Renys Gabe – und was daraus gewachsen ist
Reny hat eine besondere Gabe: Sie nimmt Besetzungen wahr. Das war schon in unserer früheren Praxis Teil des Alltags, auch in Interviews an Kongressen haben wir darüber gesprochen.
Aber sie hatte sich in den letzten Jahren zurückgezogen. Sich nicht mehr getraut, diese Gabe wirklich zu nutzen.
Diese Reise – all das Schwere, all das Durcharbeiten – hat etwas gelöst. Wir haben Artikel geschrieben, zum Thema Besessenheit und Befreiung und zum Thema Karma auflösen. Und fanden den Mut, ein Webinar dazu zu machen. Live. Mit Befreiungsdienst über Zoom.

Zwei Teilnehmerinnen durften echte Befreiung erleben. Was dabei sichtbar wird, ist schwer in Worte zu fassen: Der Ausdruck im Gesicht dieser Menschen verändert sich. Sichtbar. Spürbar. Als würde etwas von ihnen abfallen. Es berührt uns beide jedes Mal wieder. Diese göttliche Präsenz, die da ist – gewaltig. Und sie hallt noch nach, lange nach dem Webinar.
Das ist der Weg. Das ist der Auftrag.
Mit Gott unterwegs – und doch eine Heilungsreise
Im Nachhinein – ja.
Anstrengend. Intensiv. Chaotisch. Hitzig.
Aber wegweisend.
Diese Reise hat uns näher zu Gott gebracht. Näher zu unserer Bestimmung. Näher zu dem, was wir wirklich tun sollen. Mit Gott unterwegs zu sein bedeutet nicht, dass alles glattläuft. Es bedeutet, dass jemand mitgeht – auch wenn man zerrissen ist.
Und vielleicht – vielleicht – wird es eine nächste Reise geben. Nicht mit dem Schwerpunkt Handauflegen und körperliche Heilung. Sondern: Wenn Reny jemanden wahrnimmt, der eine Besetzung trägt, ihn ansprechen. Fragen: «Darf ich für dich beten – um Befreiung?»
Aber das ist Zukunftsmusik. Erst muss ich wieder Auto fahren können.
Schritt für Schritt. In die Richtung, die Gott zeigt.
Das Ende ist immer gut
Jemand hat mir einmal gesagt: Das Ende ist immer gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
Ich glaube das. Für uns. Und vielleicht auch für dich.
Denn wenn du gerade in einer Situation steckst, die sich nicht so anfühlt – vielleicht braucht es genau das, was du gerade durchmachst, als Wegweiser für etwas Besseres. Damit du loslässt, was dich füllt, ohne zu nähren. Damit Platz entsteht für das, was wirklich trägt.
Wir sind zwei stuure Böcke mit Berner Grind. Manchmal braucht es keinen sanften Hinweis, sondern einen richtigen Schlag. Es ist nicht das erste Mal. Wir hoffen, wir haben jetzt genug gelernt, damit es beim nächsten Mal ein bisschen leiser zugehen darf.

Schön, dass du bis hierher dabei warst.
Wir wünschen dir Gottes reichen Segen – im Namen seines Sohnes Jesus Christus und mit dem Heiligen Geist. Auf dass du beschützt bist. Du standhaft bleibst. Dass du die Zeichen erkennst. Und dass du das, was wir auf die harte Tour lernen mussten, vielleicht mit etwas weniger Schmerzen erkennen und lernen darfst als wir. Amen.
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