Selbstversorgung leicht gemacht: Was unser Weckruf war – und was du heute lernen kannst

Frühling 2020, mitten im Lockdown: eine Frage, die unsere ganze Existenz als Heilpraktiker betraf. Dieser Artikel zeigt, wie Selbstversorgung leicht gemacht werden kann – mit dem einfachsten Werkzeug, das es gibt: deinen Händen und dem, was vor deiner Tür wächst. Du erfährst unsere Geschichte, warum ein Garten zwar praktisch, aber nicht die einzige Antwort ist, und wie du mit drei Wildpflanzen sofort einsteigen kannst.

Der Tag, an dem alles kippte

Wir leben in einer Wendezeit. Spürst du es auch – dieses Gefühl, dass etwas nicht mehr stimmt, auch wenn du es nicht in Worte fassen kannst? Corona war für viele erst der Auftakt – das erste Mal, dass Lieferketten ins Stocken kamen, Apotheken leer waren und der Staat plötzlich entschied, wer arbeiten darf und wer nicht. Seither ist nichts mehr ganz wie vorher. Manche nennen das Verschwörung. Wir nennen es Wachwerden. Denn wer einmal gesehen hat, wie schnell ein System ins Wanken gerät, fragt sich danach nur noch eines: Wie werde ich unabhängiger? Genau hier setzt leicht gemachte Selbstversorgung an. Nicht als Theorie. Sondern als das, was wir selbst seit 2020 Schritt für Schritt umgesetzt haben.

Als die Existenz auf dem Spiel stand

Schon 2018 hatte ich begonnen, ein Buch zum Thema Blackout zu schreiben. Theoretisch wusste ich also längst, wie verwundbar unsere Versorgung ist. Doch erst 2020, mit dem Lockdown, wurde aus der Theorie eine sehr persönliche Dringlichkeit.

Damals stand im Raum, ob auch Gesundheitspersonal zu einer Corona-Impfung verpflichtet werden könnte. Eine eigentliche Impfpflicht gab es dafür letztlich nirgends, auch in Deutschland nicht – wohl aber erheblichen Druck in diese Richtung, während es dort für Masern bereits eine echte Impfpflicht gab. Für Reny und mich war klar: Eine experimentelle mRNA-Spritze kam für uns ohnehin nicht in Frage. Im Ernstfall hätte das bedeutet, unsere Praxis schliessen zu müssen. Also brauchten wir einen Plan B – nicht irgendwann, sondern sofort.

Aus einer ehemaligen Schafweide, die zuletzt nur noch als Wiese brachlag, wurde Schritt für Schritt ein Waldgarten – kein Garten mitten im Wald, sondern ein kleiner essbarer Park, der sich an den Schichten eines natürlichen Walds orientiert: Bäume, Sträucher, Stauden und Bodendecker, die sich gegenseitig stützen und gemeinsam Nahrung liefern. Ehrlich gesagt, dabei hat auch eine Prise Bequemlichkeit mitgespielt – allerdings nicht beim Spazieren: Mit unseren Hunden bin ich morgens gerne draussen unterwegs. Doch wenn der Hunger kommt, soll es schnell gehen. Niemand bringt mich dazu, dafür eigens eine Stunde durch den Wald zu laufen, nur um mein Frühstück zu sammeln.

Terrassierung im Waldgarten Brienz

Wir bildeten uns weiter, unter anderem beim Wildpflanzen-Experten Dr. Markus Strauß und seiner Stiftung Ewilpa, und vertieften, was ich als Naturheilpraktiker über Heilpflanzen längst kannte. Heute wachsen 400 verschiedene essbare Pflanzen auf etwas über 1’000 Quadratmetern direkt um unser Haus. Und wir sind davon überzeugt: Diese Entscheidung war nicht übertrieben, sondern genau richtig. Selbstversorgung leicht gemacht? Bei uns begann es alles andere als leicht. Es begann unter Druck – und genau das hat uns gezeigt, wie viel Kraft in eigener Verantwortung steckt.

Selbsversorgung leicht gemacht im Garten? Ja – aber nach dem Minimax-Prinzip

Wenn Kulturgemüse mehr kostet, als es bringt

Ein eigener Garten ist praktisch, keine Frage. Doch wie viele Gärten kennst du, die wirklich satt machen statt nur schön auszusehen? Die meisten sind reine Verschwendung: Rabatten voller Zierpflanzen, die nichts ausser Arbeit liefern. Genauso unwirtschaftlich ist der klassische Gemüsegarten, wenn er auf einjährige Kulturpflanzen setzt. Für einen Brokkoli oder Blumenkohlkopf brauchst du Wochen an Pflege, Wasser und Geduld – und am Ende ist die gleiche Qualität im Bioladen oft günstiger zu haben, als sie selbst zu ziehen.

Unser Minimax-Prinzip für leicht gemachte Selbstversorgung: bequem, aber wirkungsvoll

Wer wirklich vorsorgen will, gestaltet seinen Garten deshalb nach dem Minimax-Prinzip um – minimaler Aufwand, maximaler Ertrag. Weg von einjährigen Kulturpflanzen, hin zu mehrjährigen und selbstaussamenden Gewächsen, die Jahr für Jahr von selbst wiederkommen, ohne dass du sie jedes Mal neu pflanzen musst. Mehrjähriger Buchweizen liefert zum Beispiel über Jahre hinweg essbare Blätter, der Gemüsebaum, auch Surenbaum genannt, schenkt Ernte vom Baum statt vom Beet, und ganze Flächen mit Giersch und ähnlichen Wildkräutern wachsen sogar von selbst nach, wenn man sie einfach lässt, statt sie als Unkraut zu bekämpfen.

Selbstversorgung leicht gemacht mit mehrjährigen Nutzpflanzen

Wie das im Detail geht, zeigen wir dir in einem eigenen Artikel, der bald folgt. Auch wer nur einen Balkon hat, ist nicht aussen vor – dazu später ebenfalls mehr. Wer im Winter zusätzlich frisches Grün will, findet im Artikel zum Sprossenziehen im Winter schon heute eine einfache Ergänzung.

Wann hast du das letzte Mal einfach im Garten gestanden, ohne auf die Uhr zu schauen? Vermutlich lange nicht mehr. Dabei ist es selten die Lust, die uns fehlt – es ist die Zeit. Gerade in der schwersten Zeit meiner eigenen Erkrankung hat mir der Garten trotzdem Kraft gegeben. Nicht weil ich stundenlang darin stand, sondern weil schon ein kurzer Moment draussen genügte, um wieder zu mir zu finden. Was also, wenn du genau diese Kraft schöpfen könntest, ohne überhaupt Zeit für einen Garten zu haben?

Selbstversorgung leicht gemacht: Warum Sammeln einfacher ist als selbst Pflanzen

Was, wenn Selbstversorgung leicht gemacht gar keinen Garten braucht? Wildpflanzen wachsen, ob du sie pflanzt oder nicht. Sie kennen keine Saison-Sorgen, kaum Schädlingsbefall, der dir die ganze Ernte vernichtet, und sie gedeihen praktisch überall – am Wegrand, im Wald, sogar zwischen den Pflastersteinen der Stadt.

Wer weiss, was vor seiner Tür wächst, ist nie wirklich abhängig vom Supermarkt. Mehr zu diesem Gedanken liest du auch im Artikel über essbare Wildkräuter als Superfood.

Wir haben das selbst getestet, und zwar nicht daheim im sicheren Waldgarten, sondern unterwegs: Auf unserer Balkanreise mit knapp 800 Euro in der Tasche haben wir uns immer wieder von Wildpflanzen auf Feldwegen ernährt. Wer mehr davon sehen will, findet unsere Erlebnisse in der Kategorie Reny und Rolf unterwegs.

Selbstversorgung ist auch unterwegs leicht gemacht

Das ist mehr als eine nette Anekdote. Wer eines Tages aus der Stadt fliehen muss, weil Strom, Wasser oder Versorgung zusammenbrechen, braucht keinen Rucksack voller Konserven. Er braucht Wissen. Und Wissen wiegt nichts. Genau deshalb ist Wildsammlung die ehrlichste Form von Selbstversorgung leicht gemacht: Sie funktioniert unabhängig davon, ob du ein Haus, einen Garten oder gerade nur einen Rucksack besitzt.

Drei harte Vorteile der Selbstversorgung, die sich sofort zeigen

Geld
Was ist dir ein voller Kühlschrank wert, der nichts kostet? Bei uns lässt sich das sogar in Franken ausdrücken: Rund 200 Franken sparen wir jeden Monat, seit wir einen Teil unserer Lebensmittel einfach sammeln gehen. Mit gezieltem Micro-Gardening könnten wir damit sogar Geld verdienen. Doch das Schöne dabei: Die Einsparung bei Lebensmitteln ist kein Privileg von Waldgarten-Besitzern. Schon wer regelmässig Wildpflanzen sammelt, ohne eigenen Garten, kommt auf ähnliche Einsparungen – Löwenzahn, Brennnessel und Giersch kosten nichts, ausser etwas Zeit.

Freiheit
Der zweite Vorteil wiegt schwerer als Geld: Unabhängigkeit. Wer weiss, was vor seiner Tür wächst, ist nicht mehr darauf angewiesen, dass Lieferketten funktionieren, Regale gefüllt sind oder der Staat entscheidet, wer einkaufen darf. Diese Freiheit lässt sich nicht kaufen. Man muss sie sich aneignen.

Gesundheit
Und der dritte Vorteil betrifft deinen Körper direkt: Wildpflanzen liefern oft ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen im Vergleich zu gezüchtetem Gemüse aus dem Supermarkt. Mehr Nährstoffe, weniger Kosten, mehr Freiheit – wo sonst bekommst du das alles gleichzeitig?

Selbstversorgung leicht gemacht: Drei Pflanzen, mit denen du sofort starten kannst

Du musst nicht alles auf einmal lernen. Diese drei Pflanzen findest du fast garantiert in deiner Umgebung, und sie zeigen dir bereits, wie viel Heilkraft und Nahrung direkt vor deiner Tür liegt.

Löwenzahn – der Unverwüstliche

Erkennst du die gezähnten Blätter, die wie ein Löwenzahngebiss aussehen? Genau daher hat die Pflanze ihren Namen. Löwenzahn liefert Bitterstoffe, Kalium und Vitamin C – von der Wurzel bis zur Blüte. Die Blätter schmecken roh im Salat, aus den Blüten lässt sich ein goldenes Gelee kochen, und die geröstete Wurzel ergibt einen kaffeeähnlichen Trunk. Verdauung, Galle, Leber: Löwenzahn ist seit Jahrhunderten das Mittel der Wahl, wenn diese drei nicht richtig mitspielen.

Selbstversorgung leicht gemacht mit Löwenzahn

Brennnessel – die unterschätzte Kraftpflanze

Ja, sie brennt. Doch wer sie einmal mit Handschuhen geerntet und richtig zubereitet hat, weiss: Genau diese Pflanze gehört zu den nährstoffreichsten, die wir kennen. Eisen, Kalzium, Vitamin C und A in Hülle und Fülle. Roh als Smoothie, gekocht als Gemüse, oder im Ofen zu knusprigen Brennnessel-Chips verarbeitet – die Brennnessel verliert beim Erhitzen ihre Brennwirkung vollständig. Bei Rheuma, Gelenkschmerzen und als harntreibendes Mittel hat sie sich über Jahrhunderte bewährt.

Selbstversorgung leicht gemacht mit Brennnesseln

Giersch – Vorsicht ist Teil des Wissens

Giersch wächst praktisch überall, wo Gärtner ihn nicht haben wollen. Genau deshalb eignet er sich so gut für den Einstieg. Trotzdem gilt hier besondere Vorsicht: Giersch gehört zur Familie der Doldenblütler, und in dieser Familie gibt es einige hochgiftige Verwandte, etwa den Schierling. Ein erstes sicheres Merkmal: Der Stiel ist dreikantig, und von ihm gehen drei Blattgruppen ab, die sich nochmals dreifach unterteilen. Reibt man ein Blatt zwischen den Fingern, verströmt es einen charakteristischen Petersiliengeruch. Trotzdem gilt: Wer Giersch sammeln will, sollte alle Erkennungsmerkmale wirklich verinnerlicht haben, bevor er zur Schere greift. Genau darum zeigen wir die feinen Unterschiede zu giftigen Doldenblütlern ausführlich im Videoportrait – Klarheit statt Risiko.

Selbstversorgung leicht gemacht mit Giersch

Auch Löwenzahn und Brennnessel findest du als ausführliche Pflanzenportraits inklusive Rezept und Video kostenlos in unserer Community. Denn Selbstversorgung leicht gemacht heisst auch: Du musst nicht alles allein herausfinden.

Deine ersten Schritte – ganz konkret

Wissen allein verändert nichts. Erst die Umsetzung macht aus Theorie gelebte Selbstversorgung. Darum hier eine Liste, mit der du diese Woche noch anfangen kannst:

  • Geh diese Woche bewusst sammeln. Löwenzahn ist im Siedlungsgebiet kaum zu verfehlen und damit der ideale Einstieg. Beginne mit 1-2 Blättern pro Tag.
  • Ernte deine erste Brennnessel mit Handschuhen. Der Unterschied zwischen dem Stich der Pflanze und ihrer Kraft auf dem Teller wird dich überraschen.
  • Lern die Merkmale von Giersch zuerst im Video, bevor du draussen sammelst. Sicherheit kommt vor Tempo.
  • Schau dir deinen Garten oder Balkon mit neuen Augen an: Welche Ecke könnte eine Zierpflanze gegen eine Nutzpflanze tauschen?
  • Trag dich für das Schnupperabo ein, wenn du tiefer einsteigen willst – die drei Pflanzenportraits plus Videos warten dort auf dich.

Fazit: Der erste Schritt zählt mehr als der perfekte Plan

Geld sparen, unabhängiger werden, mehr Nährstoffe auf dem Teller: Diese drei Vorteile beginnen nicht erst dann, wenn der Strom ausfällt oder die nächste Krise da ist. Sie beginnen mit einer Brennnessel am Wegrand, einem Löwenzahn auf der Wiese, einem Stück Garten, das du heute neu denkst. 2020 hat uns gezwungen, vom Wissen ins Tun zu kommen. Wartest du auf deinen eigenen Weckruf, oder beginnst du schon heute? Fang an, auch wenn der erste Schritt klein ist. Klein heisst nicht unbedeutend.

Wer den Weg vom Sammeln zum Beruf weitergehen will, findet in der Ausbildung zum Krisen-Ernährungs-Coach in unserer Skool-Community eine Berufung mit Zukunft – Wissen, das in keiner Krise wegfällt. Und wer sich grundsätzlicher vorbereiten will, findet in unserem eBook „Blackout – Erlösung für die Menschheit?“ die nächsten Schritte mit klaren Checklisten.

Damit du auch keinen weiteren Artikel verpasst, kannst du unserem Telegram-Kanal krisenfit.academy folgen. Selbstversorgung leicht gemacht ist kein Versprechen. Es ist eine Einladung, heute den ersten Schritt zu gehen.

Häufige Fragen zu Selbstversorgung leicht gemacht

Ist Selbstversorgung leicht gemacht auch ohne eigenen Garten möglich?

Ja, sogar sehr gut. Wildpflanzen wachsen unabhängig davon, ob du Land besitzt oder nicht – am Wegrand, im Park, sogar in der Stadt. Wer die wichtigsten essbaren Wildpflanzen kennt, ist nie ganz auf Garten oder Supermarkt angewiesen. Ein Garten ist eine schöne Ergänzung, aber keine Voraussetzung.

Wie gefährlich ist Giersch wirklich, wenn man Doldenblütler nicht sicher unterscheiden kann?

Die Gefahr liegt nicht im Giersch selbst, sondern in der Verwechslung mit giftigen Verwandten aus der gleichen Pflanzenfamilie wie dem Schierling. Erste Anhaltspunkte sind der dreikantige Stiel mit den dreifach unterteilten Blattgruppen und der Petersiliengeruch beim Zerreiben. Trotzdem raten wir, sich vor dem ersten Sammeln gründlich mit allen Erkennungsmerkmalen zu beschäftigen, etwa anhand unserer ausführlichen Videos. Wer unsicher ist, sammelt besser zunächst mit einer erfahrenen Begleitung.

Wie sind Reny und du persönlich zur Selbstversorgung gekommen?

Der Auslöser war 2020 die drohende Impfpflicht für Gesundheitspersonal, die unsere Praxis bedroht hätte. Wir wollten unabhängig vom System einen Plan B haben – so entstand aus unserer Wiese Schritt für Schritt der Waldgarten. Parallel haben wir uns intensiv mit essbaren Wildpflanzen beschäftigt, unter anderem bei Dr. Markus Strauß und seiner Stiftung Ewilpa.

Kann ich mit Selbstversorgung sogar unterwegs beginnen, zum Beispiel im Urlaub?

Ja, das haben wir selbst erprobt: Auf unserer Balkanreise mit sehr knappem Budget haben wir uns immer wieder von Wildpflanzen auf Feldwegen ernährt. Wer weiss, was essbar ist, braucht weniger Gepäck und ist flexibler – gerade wichtig, wenn man im Ernstfall schnell unterwegs sein muss.

Wie viel Geld lässt sich durch Selbstversorgung tatsächlich sparen?

Bei uns sind es rund 200 Franken im Monat – allein bei den Lebensmitteln. Während die Lebensmittelpreise weiter steigen, bleibt das, was am Wegrand wächst, für immer kostenlos. Das ist aber nur die halbe Rechnung. Wer sich von Wildpflanzen ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel. Denn ein Körper, der gut versorgt ist, wird seltener krank – das merkst du bei Arztkosten und Medikamenten. Sammelst du dort, wo nicht gespritzt wird, bekommst du ausserdem weniger Pestizide und Industriegifte ab als beim Supermarktgemüse – das dankt dir dein Körper mit grösserer Vitalität im Alter. Rechnet man alles zusammen, kommen schnell mehrere hundert Franken im Monat zusammen. Auch ohne eigenen Garten…

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