Warum wir überhaupt losgehen

Mit Gott unterwegs - eine Heilungsreise

Es gibt Entscheidungen, die erklären sich nicht mit dem Verstand. Die wachsen. Langsam, leise, unter der Oberfläche. Bis sie eines Morgens einfach da sind – und man weiß: Das ist es. Wir gehen.

Was entstanden ist, nennen wir eine Heilungsreise mit Gottvertrauen. Nicht als frommer Begriff – sondern als ehrliche Beschreibung dessen, was uns trägt. Aber bevor ich davon erzähle, muss ich ehrlich sein. Über das, was uns überhaupt hierher gebracht hat. Und was es bedeutet, aus einer langen Geschichte von Grenzen heraus aufzubrechen.

Heilungsreise mit Gottvertrauen – wer wir sind

Ich bin Naturheilpraktiker, Reny biomed. Analytikerin und Komplementärtherapeuten. Jahrzehntelang selbständig. Wir haben Menschen in Krisen begleitet, beraten, unterstützt. Mehr als zwei Wochen Urlaub pro Jahr lagen nie drin – das ist der Preis der eigenen Praxis, und wir haben ihn lange gerne bezahlt.

Wir wussten, was Gesundheit braucht. Wir haben selber geschrieben, gelehrt, Kurse gegeben – über Krisenernährung, über Blackout-Vorsorge, über Wildpflanzen, über das, was ein Mensch wirklich braucht, wenn das System wegbricht.

Und dann brach bei uns etwas weg.

Was die letzten Jahre mit uns gemacht haben

Es kam eine frisch geimpfte Person zu uns in die Praxis.

Drei Tage später waren Reny und ich beide positiv erkrankt. Was danach folgte, nennen manche Shedding – die Frage, ob Impfstoffe über Ausscheidungen auf Ungeimpfte übertragen werden können. Ob das bei uns so war, lässt sich im Moment nicht beweisen. Es fehlt die Möglichkeit, im Labor nachzuweisen, ob die Antikörper und Spike-Proteine, die bei uns beiden massiv erhöht sind, von einem Wildtyp oder von einem Impfstoff stammen.

Die Frage bleibt offen.

Was nicht offen bleibt: Wir erkrankten schwer. Und erholten uns nicht mehr richtig.

Long Covid – und was das wirklich bedeutet

Long Covid wird oft missverstanden.

Viele denken an Erschöpfung wie nach einem Burnout. Aber das ist etwas anderes. Beim Burnout – den ich selber kenne – hat der Körper noch Energie. Aber die Motivation ist null. Man liegt auf dem Sofa und will einfach nichts. Gar nichts.

Long Covid ist das Gegenteil.

Die Ideen sind da. Die Motivation ist da. Ich habe Projekte, Pläne, Gedanken, die ich umsetzen möchte. Aber der Körper macht nicht mit. Man will – und kann nicht.

Das ist auf seine Art die zermürbendere Erfahrung.

An einem guten Tag haben Reny und ich zwei, vielleicht drei Stunden echte Energie. Dann ist der Tank leer. Nicht müde – leer. Was ich früher an einem Tag erledigt habe, braucht heute eine Woche. Manchmal länger.

Und wenn die Erschöpfung kommt und der Kopf trotzdem noch will – dann werden wir schnell gereizt. Reny. Ich. Beide. Das ist kein Charakterfehler, das ist Biologie: ein Nervensystem am Limit, das keinen Puffer mehr hat. Wir haben das noch nicht vollständig im Griff. Wir sagen es trotzdem, weil es zur Wahrheit dieser Reise gehört.

Reny erholt sich langsamer als ich. Ist schneller überfordert, schneller am Rand. Wir sind beide weit von hundert Prozent entfernt.

Gegenspieler Arsen

Als es uns immer schlechter ging, fingen wir an zu messen.

Wir sind Gesundheitsexperten. Wir wissen, wie man sucht. Wir haben Blutanalysen gemacht, Wasseranalysen, Raumluftmessungen über den Hausstaub – zuhause und in der Praxis.

Reny im Labor

Das Ergebnis: Unsere Arsenwerte im Blut waren erhöht. Und die Praxis, in der wir jahrelang gearbeitet hatten, wies ebenfalls erhöhte Arsenwerte im Hausstaub auf – knapp über dem Grenzwert, aber messbar.

Woher genau das Arsen kam, wissen wir nicht mit Sicherheit. Wir haben Hypothesen. Aber keine gesicherte Antwort.

Was Fakt ist: Wir waren unter der Woche über Jahre einer erhöhten Arsenbelastung ausgesetzt – ohne es zu wissen.

Wie ein Unfall alles veränderte

Ich bin so ein Mensch: Ich bin dabei, ich lerne mit, ich packe an.

Wir sanierten das Dach unseres Hauses. Asbest raus, Ziegel drauf, Solarpanels montieren. Ich stand oben auf dem Gerüst. Hatte meinem Kollegen gesagt, er solle mit der Leiter auf die andere Seite des Daches schauen.

Dann machte ich einen Schritt rückwärts.

Die Leiter war nicht mehr da.

Nach allen Gesetzen der Physik hätte mein Genick den Mauerrand treffen müssen.

Ich dürfte nicht mehr hier sein.

Stattdessen glitt mein Kopf an der Mauer entlang – und ich spürte es wie dreißig Zentimeter weichen Schaum um meinen Kopf herum. Ich konnte ihn noch ruhig ablegen.

Aber ich hatte zehn Rippen in Serie gebrochen. Die Querfortsätze von vier Lendenwirbeln abgesplittert. Die Lunge leicht angestochen.

Das war ein kleines Wunder. Vielleicht sogar ein großes.

Und unmittelbar danach – das sage ich nicht gerne, aber es gehört dazu – konnte ich weder richtig lesen noch schreiben. Ich las eine Zeile und wusste eine Sekunde später nicht mehr, was da gestanden hatte. Sätze formulieren ging kaum. Das Denken war da, irgendwo. Aber der Zugang war weg.

Das geht heute deutlich besser. Ich kann wieder schreiben, wieder denken, wieder folgen. Aber alles dauert länger. Vieles, viel länger. Was früher an einem Tag möglich war, braucht heute eine Woche. Manchmal mehr.

Das ist mein Alltag. Unser Alltag.

Das Ende einer Epoche

Arsen. Long Covid. Unfall.

Irgendwann ging es nicht mehr. Die Praxis musste schließen.

Und seither – nach Jahrzehnten Selbständigkeit, nach all den Jahren mit maximal zwei Wochen Urlaub im Jahr – hatten wir gar keinen richtigen Urlaub mehr.

Diese Reise ist unser erster Schritt in die weite Welt seit der Erkrankung.

Der Widerspruch, den manche sehen werden

Ich sehe ihn selbst.

Zwei Menschen, die selber nicht gesund sind. Die selber Hilfe bräuchten. Die aufbrechen, um für andere zu beten und die Hand aufzulegen.

Ist das nicht ein bisschen vermessen?

Vielleicht. Aus menschlicher Sicht.

Aber wir glauben nicht daran, dass Heilung eine Leistung gesunder Menschen ist. Wir glauben daran, dass Gott für jeden Menschen etwas anderes vorhat. Und dass er manchmal gerade durch die Schwachen wirkt – nicht trotz ihrer Schwäche, sondern durch sie.

Ich habe selbst ein kleines Buch geschrieben über den Sinn der Krankheit. Nicht weil ich alle Antworten habe. Sondern weil Krankheit mich gelehrt hat, Fragen zu stellen, die ich vorher nie gestellt hätte.

Daniel Hari – der das Buch Christozentrisches Heilen geschrieben hat – hat uns in einem Kurs gezeigt, wie Beten und Handauflegen konkret aussehen können. Nicht als religiöse Technik. Sondern als schlichte Zuwendung – und Einladung an Gott, das zu tun, was wir nicht können.

Das wollen wir unterwegs leben.

Und gleichzeitig ist diese Reise auch eine Bremse für uns selbst. Wir merken, dass uns die Vorbereitung dieser letzten zwei Monate mehr Energie gekostet hat als aufgebaut. Wir brauchen Langsamkeit. Wir brauchen Natur. Wir brauchen echte Erholung – nicht als Nebenbei, sondern als eigentliches Ziel.

Vielleicht ist das der tiefste Grund, warum wir losgehen: Weil wir selber Heilung brauchen.

Und noch etwas – das große Experiment

Was wir unterwegs lehren und zeigen wollen, ist auch das, was wir selber leben.

Auf krisenfit.academy schreiben wir über Vorsorge, Blackout-Vorbereitung, Autarkie und einfaches Versorgen.

Jetzt wollen wir es selber ausprobieren. Unterwegs. Im echten Leben.

Gibt es auf dem Balkan dieselben Wildpflanzen wie bei uns in der Schweiz? Können wir uns wenigstens teilweise aus der Natur ernähren? Was davon trägt wirklich – und was ist Theorie, die im Feld nicht standhält?

Das ist kein Abenteuer-Marketing. Das ist echte Neugierde. Und vielleicht auch ein bisschen Demut: Wir werden sehen, was wirklich trägt – wenn man nicht mehr im eigenen Waldgarten mit über 400 essbaren Pflanzen steht, sondern irgendwo auf einer Schotterstraße im Balkan.

Drei Gründe. Und echt authentisch.

Ein Traum. Ich habe von Montenegro geträumt. Buchstäblich. Aufgewacht, wusste nicht mal, wo das Land liegt. Nachgeschaut. Und dann stand es fest. Wir folgen diesem Ruf – nicht weil wir alles verstehen, sondern weil wir gelernt haben, dass Vertrauen manchmal genau so aussieht: du weißt nicht alles, aber du gehst.

Eine Berufung. Menschen begegnen. Zuhören. Fragen, ob wir für sie beten dürfen. Und dann schauen, was Gott tut. Keine Methode. Kein Versprechen. Einfach da sein.

Eine Sehnsucht. Endlich wieder atmen. Langsam werden. Heilen – innerlich, praktisch, vielleicht auch körperlich. Nicht weil wir das wissen. Sondern weil wir es glauben.

Wir machen es: Trotzdem oder gerade deswegen!

Reny hat es irgendwann mitten in einer schwierigen Diskussion einfach gesagt:

Es wird Widerstände geben. Aber Gott ist mit uns. Es wird Lösungen geben.

Nicht als Durchhalteparole. Als innere Gewissheit.

Und ich glaube ihr. Nicht weil mir Vertrauen leichtfällt. Sondern weil ich weiß, wie sich dreißig Zentimeter weicher Schaum um einen Kopf anfühlen – auf einem Mauerrand, wo keiner hätte sein dürfen.

Unsere Heilungsreise ist zugleich ein Versuch, einfacher, glaubensbasiert und krisenfit unterwegs zu leben. Nicht als Konzept. Sondern weil wir es selbst brauchen.

Im nächsten Artikel erzählen wir, was bei der Vorbereitung alles schiefgelaufen ist – und warum wir trotzdem fast fertig sind.

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